Diakonie: Steigende Kosten nicht den Pflegebedürftigen auflasten

Es werden 13.000 neue Stellen für Pflegeheime im Sofortprogramm von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn von den Krankenkassen finanziert.

Foto: epd-bild / Thomas Lohnes

Die Diakonie fordert, die Krankenkassen für den ärztlich verordneten, medizinischen Teil der Pflege in den Heimen aufkommen zu lassen. Bisher zahlt die Kasse nur einen Teil.

Diakonie: Steigende Kosten nicht den Pflegebedürftigen auflasten
Die Diakonie Deutschland warnt davor, den Pflegebedürftigen die steigenden Kosten für die Pflege aufzulasten. Vorstandsmitglied Maria Loheide erklärte am Donnerstag in Berlin, die Finanzierung müsse von den Pflege- und Krankenkassen übernommen werden. Sie begrüßte, dass 13.000 neue Stellen für Pflegeheime im Sofortprogramm von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) von den Krankenkassen finanziert werden sollen.

Aus Sicht des evangelischen Wohlfahrtsverbandes ist das aber zu wenig. Loheide wiederholte die Forderung, dass die Krankenkassen für den ärztlich verordneten, medizinischen Teil der Pflege in den Heimen aufkommen. Solange Pflegebedürftige zu Hause versorgt werden, zahlt die Krankenkasse für die medizinische Pflege - kommen sie ins Heim, zahlt die Pflegekasse nur einen Anteil. Die Krankenkassen sparen dadurch rund drei Milliarden Euro im Jahr.

Spahn hatte in dieser Woche den Gesetzentwurf für sein Sofortprogramm in der Pflege vorgelegt. Danach sollen große Altenheime bis zu zwei Stellen für Pflegekräfte zusätzlich finanzieren können, die kleinsten eine halbe Stelle. In dem Gesetz ist außerdem vorgesehen, dass Krankenhäuser mehr Pflegekräfte einstellen können, ohne dass die Löhne ihr Budget zusätzlich belasten und dass Tarifsteigerungen für Pflegekräfte von den Krankenkassen refinanziert werden.

Mehr zu Pflege
Rüdiger Schuch
Rüdiger Schuch ist seit Jahresbeginn Präsident der Diakonie. Im Gespräch berichtet er über die Haushaltspläne der Ampel, Missbrauchsaufarbeitung und seine Sorge um die Demokratie. Bisher habe er den Kontakt zur AfD gemieden, sagt er.
Porträt von Ursula S., einer Bewohnerin von Haus Öjendorf
Wer in Haus Öjendorf eine Bleibe findet, ist schwer alkoholabhängig. Therapien zur Suchtheilung gibt es nicht – der Konsum ist in Maßen erlaubt. Kann das gut gehen?