Frauenrechtlerin Ackermann kritisiert Prostitutionsgesetz

Prostitutionsgesetz

Foto: Getty Images/iStockphoto/adamico70

Durch die Neuregelung des Gesetzes sei Deuschland "zum Bordell für Europa geworden", kritisierte die katholische Ordensschwester Lea Ackermann.

Frauenrechtlerin Ackermann kritisiert Prostitutionsgesetz
Die Frauenrechtlerin Lea Ackermann hat das geplante neue Prostitutionsgesetz scharf kritisiert. "Ich traue dem Gesetz wenig zu", sagte Ackermann dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die Neuregelung, die zum 1. Juli 2017 in Kraft tritt, werde "genauso wenig bringen wie das Vorgängergesetz". Dieses habe die Prostitution in Deutschland legalisiert. Damit sei das Land "zum Bordell für Europa geworden", kritisierte die katholische Ordensschwester, die am 2. Februar 80 Jahre alt wird.

Ackermann ist Vorsitzende des Vereins Solwodi "Solidarity with Women in Distress" (Solidarität mit Frauen in Not), der im pfälzischen Boppard-Hirzenach ansässig ist. Er setzt sich für Frauen und Mädchen ein, die Opfer von Zwangsprostitution und Menschenhandel geworden sind. Solwodi hält unter anderem die im Gesetz geplante Anmeldepflicht für Prostituierte für nicht ausreichend. Künftig müssen sie sich alle zwei Jahre bei den Behörden anmelden und einmal pro Jahr zum Gesundsheitsamt gehen.

Mehr zu Prostitution
Ein Mann geht an Prostituierten auf der Hamburger Reeperbahn vorbei.
Der Theologe und chrismon-Kolumnist Johann Hinrich Claussen hat sich angeschaut, welche Meinung die Diakonie zum Thema Prostitution vertritt. Eine Gegenrede.
Der Eingang zu einem Bordell in der Nähe des Bahnhofs in Frankfurt am Main
Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass die deutschen Regelungen für das Prostitutionsgewerbe nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Ein Gespräch mit Elke Mack, Leiterin der Erfurter Studie, über die Abgründe einer liberalen Gesetzgebung.


Zuhälter könnten die betroffenen Frauen weiterhin unbemerkt von Ort zu Ort verschieben, kritisierte Ackermann. Die Regelungen seien in der Praxis leicht zu umgehen. Stattdessen forderte sie: "Wir müssen den Sexkauf verbieten, wie in Schweden, Norwegen, Frankreich oder Kanada."