Maas: Jeder sollte gegen Hasskommentare vorgehen

socialnetwork Kommunikation

Foto: Getty Images/iStockphoto/Rawpixel Ltd

Mitarbeiter sollen in der "counterspeech" gegen Hasskommentare im socialnetwork arbeiten

Maas: Jeder sollte gegen Hasskommentare vorgehen
Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) ruft dazu auf, Drohungen und strafbare Inhalte bei Facebook nicht hinzunehmen.

Zum einen sollten Betroffene die Polizei informieren, zum anderen auch den Eintrag bei Facebook melden, sagte Maas am Dienstag im "Morgenmagazin" des ZDF. Wenn der Konzern wie angekündigt nun die Inhalte mit Mitarbeitern in Deutschland stärker kontrolliert, werde das dazu führen, dass "mehr von diesem Verbalmüll auch schneller vom Netz verschwindet".

Maas sagte, Unternehmen wie Facebook, Twitter und Youtube gingen nun stärker in die Verantwortung, um gegen Hasskommentare vorzugehen. Auch die als "counterspeech" bezeichnete Gegenrede sei aus seiner Sicht eine Möglichkeit, gegen diffamierende Inhalte vorzugehen. Das könne ansonsten stille Beobachter dazu animieren, "mal endlich die Klappe" aufzumachen. "Denn es sind nicht die Mitarbeiter von Facebook, die dieses Zeug auf die Seiten schreiben, sondern es sind unsere Nachbarn", betonte Maas.

Mehr zu Facebook
Unterstützer der Klage vor Landgericht Berlin vor dem Beginn der Verhandlung der Grundsatzklage der DUH gegen den Meta
Aufrufe zu Hass, Folter und Mord auf Facebook-Gruppen möchte der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Jürgen Resch nicht länger hinnehmen. Er klagte gegen den Facebook-Mutterkonzern Meta, doch das Gericht sah es anders.
Cornelia Holsten
Im Urlaub werden gern Fotos gepostet, um Familie und Freunde am Vergnügen teilhaben zu lassen. Doch Direktorin Holsten von der Bremischen Landesmedienanstalt warnt vor zu großer Sorglosigkeit - insbesondere bei Bildern von Kindern.


Facebook plant zum einen, schneller auf gemeldete Hasskommentare zu reagieren. Zum anderen soll eine Initiative für Zivilcourage gegründet werden, um gegen Extremismus im Netz vorzugehen. Als eine Möglichkeit wird die organisierte "counterspeech" angesehen.

Justizminister Maas verwies auf die möglichen Folgen unkontrollierter Inhalte in sozialen Netzwerken. "Erst kommen die Worte, dann kommen die Taten", sagte der SPD-Politiker und verwies auf sieben Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland seit Jahresbeginn.