Kirche will sich in Endlagerkommission für Aussöhnung einsetzen

Kirche will sich in Endlagerkommission für Aussöhnung einsetzen
Die Kirche kann nach Einschätzung des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister in der vom Bundestag eingesetzten Endlagerkommission für Atommüll ein "Garant für ein faires, gerechtes Verfahren" sein.

"Bei der Frage, wie das Thema so gelöst werden kann, damit der Dissens nicht weiter fortbesteht, kann die Kirche mitreden", sagte der evangelische Theologe der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagsausgabe). Meister leitet in der Endlagerkommission die Arbeitsgruppe gesellschaftlicher Dialog.

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Mehrere hundert Menschen und Fahrzeuge haben sich am Samstag zu einem Anti-Atom-Treck durch das südöstliche Niedersachsen versammelt. Der nach Polizeiangaben aus rund 100 Traktoren, Autos und Motorrädern und etwa ebenso vielen Fahrrädern bestehende Konvoi startete am Vormittag am
Der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) will, dass die Bevölkerung bei der Suche nach einem Endlager für den hochradioaktiven Atommüll umfassend einbezogen wird. "Wir wollen ein Verfahren haben, das die Menschen wirklich mitnimmt", sagte der 80-Jährige.

Mit einer zweitägigen Sitzung startete die Kommission am Freitag und an diesem Samstag in das nach den bisherigen Planungen letzte Halbjahr ihrer Arbeit. Meister vertritt in dem 33-köpfigen Gremium, das die Suche nach einem Endlager vorbereiten soll, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD).

Ziel sei es, eine "aussöhnende Haltung" mit den Menschen in den Widerstandsgruppen zu formulieren, sagte der Bischof. Die Endlager hätten jahrzehntelang die Gesellschaft gespalten und zu den größten Demonstrationen in der Bundesrepublik geführt.